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Sigil - Entdeckung einer neuen Welt

von Uwe Heimburger

In meinem letzten Blog-Beitrag "Blog-Beiträge im eBook?" habe ich über Idee und Vorhaben berichtet, meine Blog-Beiträge künftig in einem eBook zu entwickeln und diese dann in meinen Fotostellwerk-Blog zu übertragen. Im vorliegenden Beitrag möchte ich mein zentrales Werkzeug und dessen wesentliche Eigenschaften vorstellen.

Was brauche ich zur Erstellung eines eBook? Richtig - eine Software, mit der ich eBooks in einem Standardformat erstellen kann. Da ich privat einen Mac als Arbeitsrechner nutze, sollte sie für den Mac verfügbar sein, sie sollte möglichst nichts kosten, und sie sollte die wesentlichen Funktionen zur Erstellung eines eBook zur Verfügung stellen. Meine Recherche im Internet führt mich zur Open Source Software Sigil. Neben der Mac-Version gibt es auch Versionen für Windows und Linux. Was will ich mehr? Ich installiere Sigil auf meinem Rechner und starte die Entdeckungsreise.

Wie sich zeigt enthält Sigil einen für meine Bedürfnisse wirklich brauchbaren und ausreichenden "What You See Is What You Get"-Editor (WYSIWYG). Also einen, der den formatierten Text auch formatiert anzeigt. Texte lassen sich auf einfache Weise editieren und Links und Bilder einbetten. Ein Klick auf den passenden Button schaltet den zusätzlich verfügbaren reinen Text-Editor ein. In ihm kann ich die Inhalte durch Eingabe von HTML- und CSS-Code weiterreichend gestalten. Mit einem Klick schalte ich auf die WYSIWYG-Anzeige um und sehe das formatierte Ergebnis. Mit aktivierter Vorschau sehe ich die Auswirkungen parallel in einem separaten Fenster. Eine feine Sache. Abhängig vom Datei-Typ läßt sich auch externe Software an Sigil anbinden - sehr pfiffig! So binde ich z.B. den mir vertrauten und schnellen Texteditor Textastic an. Er bietet zusätzlichen Komfort beim Kodieren von HTML, CSS und vielen anderen Datei-Typen. In Sigil lassen sich darüber hinaus Cover, Index und Inhaltsverzeichnis automatisch generieren. Mit einem speziellen Werkzeug kann ich den eBook-Inhalt validieren und so lange überarbeiten, bis das eBook fehlerfrei vorliegt. Somit sind alle zur Erstellung wesentlichen Funktionen an Bord.

Das mit Sigil erstellte eBook wird im eBook-Standard ePub 2 bereitgestellt. Darüber hinaus sind einige Features des noch wenig verbreiteten ePub 3-Standards ergänzt. Eine nette Option: Sigil erlaubt es, neben einfachen SVG-Grafiken, auch animierte einzubinden, ebenso Video- und Audio-Dateien.

Wegen seiner leichten Skalierbarkeit ist dieses Vektorgrafik-Format für viele Darstellungen deutlich besser geeignet als beispielsweise JPG- oder PNG-Bilddateien. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Größe und Auflösung des Ausgabegeräts unbekannt sind. Den von mir erstellten eBook-Prototypen per Drag and Drop in die Mac App iBooks zu importieren gelingt mir ebenso, wie die anschließende Synchronisation über iTunes mit meinem iPad Mini. Nach Synchronisation kann ich das Buch tatsächlich in der iBooks App des iPad lesen. Sogar die testweise integrierte animierte SVG-Grafik zeigt die erhoffte Bewegung. Letzteres klappt mit meinem Sony Reader nicht. Einfache SVG-Grafiken werden erfreulicherweise angezeigt. Im Vergleich zu iBooks auf Mac und iPad bietet beispielsweise die eBook-Reader App Marvin größere Funktionsvielfalt und Integrationsmöglichkeiten. Dazu gehören Funktionen zur Anpassung der Bildschirmdarstellung an die Bedürfnisse des Lesers, Verwaltungsfunktionen, die Aktualisierung mit iTunes aus der App heraus und der Zugriff auf Dropbox. iBooks wird weder auf dem iPad, noch auf dem Mac benötigt. So läßt sich der Arbeitsablauf einfacher und flexibler gestalten. 

Insgesamt bin ich sehr begeistert und fühle mich auf dem richtigen Weg. Station 1 meines Tauchgangs habe ich erfolgreich absolviert! Der Blog-Beitrag liegt als zweites Kapitel meines eBook vor. 

Anhand der beiden bisherigen Beiträge habe ich reinen Text mit verschiedenen Formatierungen ausprobiert. Damit scheine ich zurecht zu kommen. Mit der nächsten Station schaue ich mir an, mit welchen Arten von Inhalten ich mein eBook unter Einsatz von Sigil ausstatten kann. 

Wenn Ihnen meine bisherigen Ausführungen gefallen haben, lesen Sie doch einfach auch den nächsten Blog-Beitrag. Er folgt schon bald.

Copyright, 14.02.2015, Uwe Heimburger

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