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Mondspielereien

von Uwe Heimburger

In den letzten Tagen zeigt sich der Himmel blitzblankbau. Der Mond geht am Nachmittag auf und nimmt täglich zu. Am 24.10.2018 wird er zum Vollmond herangewachsen sein. Er mißt dann 0,519° und hat eine Distanz von 383.842 Kilometer zu Mutter Erde (Infos aus App PhotoPills). Faszinierend finde ich, wie hell und klar der Mond am Himmel steht. Perfekt für Aufnahmen mit der Kamera.

Mit besonders langer Brennweite hole ich ihn heran, um ihn möglichst groß abzubilden - die genutzten 630 mm bedeuten am APS-C Sensor einen Bildwinkel von ca. 2,1 x 1,4°. Jede noch so leichte Vibration wird zu Unschärfe führen. Ungeachtet der Einflüsse atmosphärischer Störungen - ohne Einsatz eines Stativs besteht eine nur geringe Chance auf ein optimal scharfes Bild.

Mein Setup sieht daher wie folgt aus:

  • Stabiles Stativ
  • Kugelkopf
  • Makroschiene
  • Pentax K-1 (Modus APS-C) und KP mit DFA150-450@450 und Telekonverter 1.4x (max. Brennweite 630mm)
  • Kabelfernauslöser

Um optimale Einstellungen an der Kamera zu finden, nutze ich LiveView. Dies schließt Vibrationen durch Spiegelschlag beim Auslösen der Aufnahme an der digitalen Spiegelreflexkamera aus. Eine weitere Quelle für Vibrationen ist der mechanische Verschluss. Daher setze ich den elektronischen Verschluss (ES, electronic shutter) ein. Ein Kabelfernauslöser leistet ebenso seinen Beitrag zur Reduzierung der Störquellen.

Einstellung der Kamera:

  • Aufnahme im Raw-Format (DNG).
  • Überbelichtungswarnung des LiveView deaktivieren, denn helles Blinken stört im Dunkeln.
  • ES aktivieren. Dies schaltet auch den Bildstabilisator aus.
  • Weißabgleich auf Tageslicht. So können alle Aufnahmen einheitlich im Raw-Konverter bearbeitet werden.
  • Kamera im Programm M betreiben. Damit perfekte Kontrolle der wesentlichen Aufnahme-Parameter ISO, Zeit und Blende gegeben.
  • ISO100 und Blende 8 oder 11 wählen.
  • Die LiveView-Anzeige scheint mit einer Automatik verknüpft, die eine manuelle Modifikation der Belichtungszeit der per Automatik gemessenenen Belichtung maximal in den Grenzen +/-5 EV simuliert. Mehrfeld-Messung läßt beim extremen Dynamik-Umfang von hellem Mond zu Umgebung nicht ausreichend Spielraum. Trotz -5 EV-Korrektur erscheint die Darstellung bei Dunkelheit überbelichtet, fokussieren nahezu unmöglich. Daher Spotmessung mit Peilung auf den Mond wählen. Drücken des "Green Button" löst die Messung im Spot aus. Die Histogramm-Kontrolle via LiveView hilft, die Belichtungszeit so wählen, daß keine Lichter beschnitten, jedoch möglichst viele Details aufgenommen werden (ETTR - Exposure To The Right-Technik) und eine präzise Fokussierung möglich ist.
  • Objektiv manuell scharfstellen mittels LiveView-Vergrößerung. Die Sensibilität des Systems gegen Verwacklung wird im LiveView sichtbar, sobald ich den Ring zur manuellen Scharfstellung berühre.
  • Auslösen per Kabelfernauslöser.

Bilder unterschiedlicher Komposition … in schwarz-weiss entwickelt, denn die Farbe leistet keinen wesentlich Beitrag zur Qualität der Darstellungen. Alle Bilder mit APS-C Sensor-Größe und 630mm Brennweite aufgenommen und in Capture One Pro entwickelt. Das erste Bild zeigt das Größenverhältnis Mond im LiveView bzw. Sucher, die übrigen sind Beschnitte in unterschiedlichen Seitenverhältnissen.

 

1: KP (ISO100, f/8, 1/15s) • 3:2 • APS-C • 6016 x 4000 Pixel

2: K-1 (APS-C mode, ISO100, f/11, 1/25s) • 1:2 Beschnitt • 637 x 1274 Pixel

Als Spielerei Mehrfachbelichtung im Modus Additive eingesetzt …

3: K-1 (APS-C mode, ISO100, f/8, 1/25s) • 16:9 Beschnitt • 4415 x 2484 Pixel

4: K-1 (Square mode, ISO100, f/8, 1/25s• 1:1 Beschnitt • 4105 x 4105 Pixel 

Aufnahme mit anschließendem 100%-Ausschnitt …

5: KP (ISO100, f/11, 0.1s) • 3:4 Beschnitt • 3879 x 5172 Pixel

6: KP (ISO100, f/11, 0.1s) • 1:1 Beschnitt • 637 x 637 Pixel • 100%-Ausschnitt

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